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Sektion Garching e.V.

und Ortsgruppe Ismaning

Bolivien - 1999

Königskordillere   und  Nevado  Sajama

Expedition zu den höchsten Gipfeln Boliviens

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Tabellarische Übersicht über die Touren


Nachdem unsere Gruppe bereits mehrere Touren in den Westalpen unternommen hatte, sollte es diesmal in wesentlich größere Höhen gehen. Die Anden bieten dafür ideale Voraussetzungen: Gerade in Bolivien auf dem Altiplano hält man sich ständig in einer Höhe von etwa 4000 m auf, was die Akklimatisation erleichtert. So kommt man relativ leicht auf Höhen über 6000 m. So fand der Vorschlag von Fred, unserem Tourenführer, im Juli 1999 die drei bekanntesten 6000er Boliviens zu besteigen, begeisterten Zuspruch. Wir haben uns viel vorgenommen: Zur Akklimatisation eine Woche in der Condoriri-Gruppe in Höhen bis zu 5400 m, danach zunächst auf den Huyana Potosi (6088 m), dann unser Hauptziel der Illimani (6462 m). Schließlich, wenn alles gut gehen würde, der mit 6542 m höchste Berg Boliviens, der Sajama. Zur Abrundung unseres Bolivien-Aufenthalts waren darüberhinaus Ausflüge u. a. zum Titicacasee geplant.

Die Teilnehmer

von links nach rechts:

Fred Kerle, Tourenführer
Helga Kerle,
Hans Loidl,
Mercia Barrett,
Werner Kraus
weiteres Bild: (Alle Teilnehmer auf dem Gipfel des Huayna Potosi)
 

Unsere Führer

Für das gesamte Programm hatten wir nur vier Wochen Zeit. Es wurde uns schnell klar, daß wir nicht alles selbst organisieren können, und so beauftragten wir die bekannteste Bergsteiger-Agentur Boliviens, Andes Expediciones . Deren Inhaber, Bernardo Guarachi; gilt als der beste Bergsteiger Boliviens. Als einziger Bolivianer hat er den Mt. Everest bestiegen. Sein Konterfei wurde sogar auf einer Briefmarke verewigt.

Fernando Soliz
Fernando Soliz
Bernardo Guarachi
Bernardo Guarachi
 

 

La Paz

Kommt man vom Flughafen von La Paz, der auf einer Höhe von 4100 m liegt, durchquert man zunächst den auf dem Altiplano gelegenen Ortsteil El Alto, bevor sich der Blick auf die tiefer gelegenen Teile der Stadt eröffnet. La Paz hat mittlerweile über 1,5 Millionen Einwohner und erstreckt sich bis hinunter auf 3100 m. Rechts im Hintergrund überragt der Illimani die Stadt.

 

weiteres Bild von La Paz

 
Impressionen von einem Stadtbummel
 

Nicht alles, was an den Ständen der Indios in der Innenstadt angeboten wird, ist für Touristen gedacht. Beispielsweise werden hier Opfergaben an die alten Götter angeboten, an die die Indios noch immer - ungeachtet ihrer Zugehörigkeit zur katholischen Kirche - glauben. Um bei größeren Vorhaben die Götter gnädig zu stimmen, ist es normalerweise notwendig, ein Lama zu opfern. Bei armen Leuten genügt jedoch auch ein Lama-Embryo, das man an solchen Ständen erwerben kann.

Opfergaben für die alten Götter Getrocknete Lamaembryos als Opfergaben
 

 

13. bis 14.7. Ausflug zur Sonneninsel

Die Sonneninsel, die größte Insel im Titicacasee, liegt im bolivianischen Teil desselben und wurde von den Inkas als Ursprung der Welt angesehen. Der See befindet sich auf einer Höhe von 3820 m und hat eine Fläche von 8300 qkm, ist also etwa 16 mal so groß wie der Bodensee.

Um einen größeren Umweg zu vermeiden, der zudem über peruanisches Gebiet führen würde, werden die Busse und, getrennt davon, die Passagiere über eine Engstelle des Titicacasees überführt

Die Basilika von Copacabana am Titicacasee, ein bekannter Wallfahrtsort schon zu Inkazeiten. Von dort fahren die Boote zur Sonneninsel ab.

Die Hänge der Sonneninsel sind geprägt von alten Inka-Terrassen.

Nach Sonnenuntergang leuchten die westlichen Berge der Königskordillere mit Illampu und Jankhouma über dem Titicacasee

Besuch beim Frühstück
Blick über die Insel zum Festland
 

 

15. bis 20.7. Akklimatisation in der Condoriri-Gruppe

Drei Touren wurden durchgeführt: Zunächst auf den nicht vergletscherten Pico Austria (5250 m), dann auf den Pico Illusion (5350 m) und schließlich auf den Pequeño Alpamayo (5410 m), eine etwas anspruchsvollere Tour.

 

Estancia Tuni (ca. 4.440 m)

Von hier aus ging es zu Fuß und mit Tragetieren bequem weiter zum Basislager (ca. 4680 m)

 
Begegnung
Laguna Chiar Khota

mit Pico Norte 5.648 m (2.v.l.),  Pico Central 5540 m, Pico Wyoming 5.420 m, ganz rechts: Pico Illusion 5.350 m. Links daneben, über dem Gletscher (links neben d. schwarzen Gipfel) ist gerade noch der Pequeño Alpamayo zu sehen.
Das Basislager liegt etwas oberhalb des hinteren Seeufers rechts der Bildmitte

Das Basislager auf ca. 4.680 m an der Laguna Chiar Khota mit Pico Austria 5.250 m (Austria Hill)

weiteres Bild  
Pico Norte 5.648 m vom Basislager aus gesehen
16.7.99 am Pico Austria,
noch 150 hm bis zum Gipfel
Pico Austria 5.250 m,
für einige von uns der erste Fünftausender
Hauptgipfel der Condoriri-Gruppe,
vom Pico Austria aus gesehen
17.7.99  Anstiegsroute zum
Pico Illusion 5.250 m  (rechts)
Steiler Anstieg am Pico Illusion
weiteres Bild (Abstieg im Nebel)

19.7.99 Auf dem Weg zum Pequeño Alpamayo. Zunächst muß noch ein Vorgipfel überschritten werden. Der Gipfel ist rechts im Hintergrund

Pequeño Alpamayo,
vom Vorgipfel aus gesehen
Weiteres Bild des Pequeño Alpamayo
(Hochformat, 600 x 919 pixel)
19.7.99  Pequeño Alpamayo 5.410 m Alpamayo Chico, Gipfel
Weiteres Gipfel-Bild
 

 

21. bis 23.7. Besteigung des Huayna Potosi

Der Huayna Potosi ist ein äußerst attraktiver Gletscherberg nördlich der Hauptstadt. Entsprechend oft wird er bestiegen. Tatsächlich beträgt die Entfernung von La Paz zum Berg gerade einmal 30 Kilometer. Eine Minenstraße führt über den 4730 m hohen Zongo-Paß zum etwas niedriger liegenden Stausee Laguna Zongo (4700 m). Die Lagune bildet den Ausgangspunkt für die Besteigung. Hier haben wir das Ausgangs-bzw. Basislager errichtet.

21.7.99 Anfahrt zum Basislager
Basislager über der Laguna Zongo (4.700 m)
Huayna Potosi 6.088 m,
vom Basislager aus gesehen, im Vordergrund Laguna Zongo, ein kleiner Stausee am Zongo-Pass
Huayna Potosi
vom Basislager aus

dasselbe stark vergrößert    1486 x 800 Pixel, 426 KB  (zeigt viele Details)
22.7.99
Huayna Potosi,
 Aufstieg zum Hochlager 
Das Hochlager Campo Argentino auf ca. 5.500 m
23.7.99   Kurz nach Sonnenaufgang
             auf dem Weg zum Gipfel
 
Huayna
Potosi

6.088 m
Weiteres Bild: Alle Teilnehmer auf dem Gipfel
Der Gipfelgrat im Abstieg
 

 

25.7.99   Fahrt nach Tiwanaku (Tiahuanaco)

Im Vergleich zu Peru ist Bolivien nicht sehr reich an Relikten aus der vorspanischen Zeit. Am bekanntesten sind die Ausgrabungen von Tiwanaku, entstanden während der gleichnamigen Kultur, die zwischen 500 v. Chr. und 1200 n. Chr. existierte, also lange bevor die Herrschaft der Inkas begann. Diese kamen im Jahre 1476, also kaum zwei Generationen vor dem Einfall der Spanier. Da aus der Zeit der Tiwanaku-Kultur keine schriftlichen Überlieferungen existieren, ist man bei der Interpretation der Funde häufig auf Vermutungen angewiesen, wobei die Forscher auch auf mündliche Überlieferungen und spätere Aufzeichnungen von Missionaren zurückgreifen können.
 

Das Dorf Tiwanaku,
im Vordergrund die Ausgrabungsstätte
Tiwanaku - der zentrale Komplex
Ausschnitt daraus
Detail der den zentralen Komplex umgebenden Mauer aus Steinquadern mit vorspringenden Kopfskulpturen
Das Sonnentor, 3 m breit, 3,75 m hoch, aus einem einzigen Andesit-Block gearbeitet. Es stand ursprünglich außerhalb der Anlage
Ausschnitt daraus
Monolithische Statue
Die Kathedrale im Ort Tiwanaku,
die älteste Kathedrale Boliviens
Der sonntägliche Markt
 

 

26. bis 29.7.    Besteigung des Nevado Illimani    6.462 m

Blick über das Altiplano auf einen Teil der Cordillera Real mit Nevado Mururata 5.868 m (etw. links d. Bildmitte) und Nevado Illimani (rechts).

Mururata und Illimani
weitere Bilder:      Am Stadtrand von La Paz           Blick auf Mururata u. Illimani während der Anfahrt
Fast wie ein eigenes Gebirge wirkt der mächtige Illimani  während der Anfahrt  Illimani
weitere Bilder:      Kurvenreiche Straße Richtung Illimani        Der Linienbus
Das kleine Dorf Estancia Unna
- ab hier geht's zu Fuß weiter
Unterwegs zum Basislager
Das Basislager am Illimani, in 4.500 m Höhe auf einer wunderschönen Wiese gelegen
Andere Blickrichtung

27.7.99  Trägerinnen und Träger im Aufstieg zum Hochlager am Illimani - man beachte ihre "Bergausrüstung" - wir Bergsteiger hätten damit unsere Not.

Blick in die Eiswände des Nordgipfels dasselbe extrem groß  (1673x1201 Pixel, 478 KB)
weiteres Bild

Nido de Condores
("Nest des Kondors"),
das Hochlager am Illimani
5.500 m

Blick zum Südgipfel

Weiteres Bild:
Nido de Condores m. Südgipfel, Hochformat (600 x 810 pixel)

Blick zum Nordgipfel

Blick vom Hochlager in die Südwände des Nordgipfels
Unser Koch bei der Zubereitung des Abendessens
Es schmeckt
Der Nordgipfel
in der Abendsonne
28.7.99
Hurra
am Gipfel angekommen
Illimani
6.462 m
Blick vom Abstiegsweg etwas unterhalb des Gipfels auf das Hochlager (auf dem Absatz in Bildmitte)
Im Abstieg -
die einzige Eiskletterstelle
Rückblick Rückblick zum Gipfel
weiteres Bild:   Rückkehr ins Hochlager
29.7.99
Gehöft in 4000m Höhe
Rückblick von Pinaya aus
Das Gepäck wird wieder verstaut
Imbiss während der Rückfahrt
weiteres Bild
 

 

31.7. bis 4.8.    Besteigung des Nevado Sajama    6.562 m

Der höchste Berg Boliviens, ein erloschener Vulkan, befindet sich in der Cordillera Occidental, etwa 300 km südlich von La Paz nahe der chilenischen Grenze. Rundherum erheben sich noch weitere Vulkane, darunter der höchste noch aktive Vulkan der Erde, der Hualla Tire, 6060 m.

 

Während der Anfahrt schon von weitem sichtbar: die drei Vulkankegel Nevado Sajama 6.562 m, Parinakhota 6.342 m und Pomerape 6.282 m.

 
Parinakhota und Pomerape,
über sie verläuft die Grenze zu Chile
Nevado Sajama in der Abendsonne, vom Indiodörfchen Sajama (ca. 4.300 m) aus gesehen
Die aus luftgetrockneten Lehmziegeln erbaute Kirche von Sajama
Dorffest in Sajama

1.8.99  Aufstieg zum Basislager.

Llareta Hartpolsterpflanzen am Weg zum Basislager. Das Basislager befindet sich - im Bild nicht sichtbar - am Rande der hellen Ebene im Talgrund hinter dem nach rechts hochziehenden Hügel. Der Sajama (links) hüllt sich schon in Wolken

Das Basislager, 4.700 m, im Schneetreiben - nicht ungewöhnlich, schließlich war Winter
Basislager mit Sajama
Es hat aufgeklart.
Es ist aber unsicher, ob wir morgen zum Hochlager aufsteigen können.
weiteres Bild

2.8.1999
Während des Aufstiegs zum Hochlager (ca 5.600 m) hat sich das anfangs schöne Wetter wieder verschlechtert. Beim Zeltaufbau: Sturm und Schneefall. Es gab wenig Platz für die Zelte

weiteresBild (andere Blickrichtung)
3.8.99   Sonnenaufgang während des Aufstiegs
Der Schatten des Sajama liegt über der Landschaft
 
 
Die beiden erloschenen Vulkane Parinakhota und Pomerape, vom Sajama aus gesehen  

 
Sajama Gipfel 6.562 m
Werner

Fred
Büßerschnee am Sajama auf ca. 5.800 m
Blick auf das Hochlager (vor dem Felsriegel)
Im Hintergrund:
ganz links Pomerape (6282 m)
in der Mitte Nevado de Condoriri (5762 m)
Am nächsten Tag:
Erholung in den Thermalquellen von Sajama
 

 

 

05. bis 06.8.   Fahrt nach Coroico

Die Straße nach Coroico
Blick von der Hotelterrasse   
Am Fluß,
am Baum hängen Nester von Webervögeln
größer
6.8.99    Fest und Umzug am Nationalfeiertag


Gestaltung der Seite:   Hans Loidl
Texte:   Werner Kraus, Hans Loidl
Bildmaterial:   Alle Teilnehmer
Beachten Sie auch den Tourenbericht von Helga Kerle
Tabellarische Übersicht über die Touren
 
Links:
Deutscher Alpenverein Sektion Garching e.V.  |   Ortsgruppe Ismaning
Teilnehmer:   Fred Kerle (Tourenführer),   Helga Kerle,   Mercia Barrett,   Werner Kraus,   Hans Loidl
 
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